Schließen   

Technische Informationen -
Optische Signalgeräte

1. Leuchtenart

In der Signaltechnik werden vier Leuchtenarten mit verschieden hohen Signalisierungseffekten angeboten.

Blitzleuchten

Blitzleuchten senden durch ein sehr kurzes Aufleuchten im Millisekundenbereich einen intensiven Lichtimpuls. Dieser Lichtimpuls erzielt die beste Signalwirkung und erregt die höchste Aufmerksamkeit.

Xenon - Blitzleuchte

Die Xenon-Blitzleuchte speichert elektrische Energie in einem Kondensator und gibt sie schlagartig über eine Xenon-Blitzröhre ab, wodurch der Lichtimpuls entsteht.

LED-Blitz-bzw.-Multiblitzleuchte

Auer Signal ist einer der wenigen Anbieter von  innovativen LED-Multiblitzleuchten. Diese LED-Blitz- bzw. -Multiblitzleuchten verwenden moderne High Power LEDs als Leuchtmittel.Eine LED-Multiblitzleuchte emittiert in den Spitzen zwar nicht die gleiche Lichtmenge wie eine Xenon-Blitzleuchte, kann aber den geringeren Lichtausstoß durch eine Abfolge von Lichtimpulsen, die die Aufmerksamkeit deutlich erhöhen, kompensieren. Dadurch erzielt die LED-Multiblitzleuchte eine ebenfalls sehr gute Signalwirkung. Im Unterschied zu Xenon-Blitzleuchten bieten die LED-Blitz- bzw. -Multiblitzleuchten alle Vorteile der LED-Technologie: eine sehr lange Lebensdauer, deutlich bessere Effizienz und die unschlagbare Vibrationsbeständigkeit.

Drehspiegelleuchten

Bei Drehspiegelleuchten ist die Lichtquelle von einem halbrunden Spiegel umfasst, der den Lichtpunkt durch eine Drehung des Spiegels in eine bestimmte Richtung fokussiert. Dadurch entsteht ein rotierender Lichtkegel, der eine hohe Aufmerksamkeit erzeugt.
Durch verschiedene Drehgeschwindigkeiten kann die Signalwirkung weiter erhöht werden.

Blinkleuchten

Blinkleuchten erregen Aufmerksamkeit durch periodisches Ein- und Ausschalten des Leuchtmittels. Da blinkende Lichtreize besser wahr genommen werden als permanente, sind sie eine gute Wahl für Anwendungen, die nicht nach der extremen Warnwirkung einer Blitzleuchte verlangen und dennoch gut wahrnehmbar sein sollten. Die Blinkfrequenz von Blinkleuchten liegt meist bei 1 bis 2 Hz.

Dauerleuchten

Dauerleuchten geben ein ständiges Lichtsignal ab. Sie haben die geringste Signalwirkung unter allen optischen Signalgeräten. Dauerleuchten kommen in einem Umfeld vor, wo nur niederschwellige Signalimpulse benötigt werden oder ein  Informationssignal gesendet werden muss.

MFL - 160 MM
Xenon-Blitzleuchte mit Kalotte in "Fresnel"-Optik

Durch die Verwendung von Kalotten mit "Fresnel"-Optik wird der Lichtpunkt in einer Leuchte über die gesamte Kalottenhöhe verteilt und so der beste Signalisierungseffekt sowie eine gute Seitenabstrahlung erzielt.

MRL - 160 MM
Drehspiegelleuchte mit glatter Kalotte

Drehspiegelleuchten haben meistens glatte Kalotten, um die optimale Signalwirkung zu erzielen.

2. Farbe

Es gibt folgende allgemeine Bedeutungen der Farben bei Signalgeräten:

Die Lichtdurchlässigkeit gegenüber der klaren Kalotte nimmt durch die Verwendung verschiedener Kallotenfarben teilweise ab.



NOTFALL

Notfall, gefährlicher bzw. gefahrbringender Zustand
sofortige Handlung

Reduktion der Lichtdurchlässigkeit bei
Halogen: -70 %, Xenon: -87 %



NEUTRAL

keine spezielle Bedeutung. Für andere Zustände zu verwenden, wenn Zweifel über die Anwendung von Rot, Gelb, Grün oder Blau bestehen
Überwachen

Reduktion der Lichtdurchlässigkeit bei
Halogen: 0 %, Xenon: 0 %



DEFINIERTE HANDLUNG

Anzeige eines Zustandes, der eine definierte Handlung durch den Bediener erfordert

zwingende Handlung

Reduktion der Lichtdurchlässigkeit bei
Halogen: -88%, Xenon: -83 %



NORMALER ZUSTAND

normaler Zustand
keine Handlung notwendig

Reduktion der Lichtdurchlässigkeit bei
Halogen: -85 %, Xenon: -55 %



ANORMALER ZUSTAND

bevorstehender kritischer Zustand
Überwachen und/oder eingreifen

Reduktion der Lichtdurchlässigkeit bei
Gelb: Halogen: -70 %, Xenon: -87 %
Orange: Halogen: -28 %, Xenon: -46 %

3. Lichtintensität

In der Signaltechnik unterscheidet man verschiedene Grundgrößen, mit denen man das Licht beurteilt. Die wichtigsten standardisierten Maßeinheiten sind Lumen, Candela und Lux.

Lumen [Lm] - Lichtstrom

Der Lichtstrom ist ein Maß für die gesamte von einer Strahlungsquelle ausgesandte sichtbare Strahlung.
Er gibt an, wie viel Licht von einer Strahlungsquelle in alle Richtungen ausgesendet wird. Dieser Wert ist zur menschlichen spektralen Wahrnehmungsfähigkeit gewichtet. Der Lichtstrom eignet sich sehr gut, die Effektivität einer Lichtquelle zu beschreiben.

Candela [cd] - Lichtstärke

Die Lichtstärke beschreibt die in eine bestimmte Richtung ausgesandte Strahlung. Da das Abstrahlverhalten eines optischen Signalgerätes nicht nur durch die Lichtquelle bestimmt wird, sondern auch durch die  Ausführung der Kalotten, eignet sich die Lichtstärke am besten, um die Signalwirkung von optischen Signalgeräten zu charakterisieren.

Lichtstärke [cd] = Lichtstrom [lm] / Raumwinkel [sr]

Die Lichtstärke ist somit ein Maß für die räumliche Verteilung des Lichtstromes. Die technische Definition beschreibt ein Candela als jene Lichtstärke einer Strahlungsquelle, die eine monochromatische Strahlung mit einer Frequenz von 540 x 106 Hz (entspricht 555 nm Wellenlänge) mit einer Leistung von 1/683 W pro Steradiant aussendet.
Eine Normkerze strahlt eine Lichtstärke von 1 cd aus, d. h. sie emittiert 12,556 lm in alle Richtungen.

Lux [LX] - Beleuchtungsstärke

Die Beleuchtungsstärke ist ein Maß für die Helligkeit, mit der eine Fläche ausgeleuchtet wird. Die Beleuchtungsstärke gibt an, wie viel Lichtstrom einer Lichtquelle pro Flächeneinheit einer Empfängerfläche  ankommt.

Lux [lx] = Lichtstrom [lm] / Fläche [m2]

Die Lichtintensität wird stark durch das verwendete Leuchtmittel bestimmt.

LED

LEDs (Light Emitting Diodes) sind optische Halbleiter, die elektrische Spannung in sichtbares Licht umwandeln.
Die Lebensdauer von LEDs ist sehr lange und wird im Allgemeinen mit über 100.000 Stunden angegeben, was einer ununterbrochenen Leuchtdauer von zwölf Jahren entspricht. Danach ist die LED jedoch nicht "dunkel", sondern unterschreitet den normalen Lichtstrom um etwa 30 %. Die Lichtabgabe wird lediglich geringer. Neben der Lebensdauer sprechen vor allem die Wartungsfreiheit, die Vibrations- und Schockbeständigkeit sowie der geringe Stromverbrauch für LEDs.

HIGH POWER LED by AUER Signal

Für spezielle Anwendungen, bei denen eine besonders hohe Leuchtkraft gewünscht ist, bietet Auer Signal neben der normalen LED auch High Power LEDs bzw. High-Performance-Leuchten an. Sie wurden eigens entwickelt, um eine maximale Lichtausbeute zu erreichen.

Aufgrund der gesteigerten Leistung, die im Grenzbereich der Möglichkeiten der LED liegt, verbrauchen die High Power LEDs mehr Strom und erzeugen mehr Wärme als normale LEDs. Dadurch ist die Lebensdauer einer High-Performance-Leuchte auf ca. 30.000 Stunden beschränkt ist. Wenn es aber um Power und High Performance geht, wird man die geringere Lebensdauer von vier Jahren gerne in Kauf nehmen.

Auer Signal kombiniert bei seinen Produktentwicklungen die High Power LEDs mit optisch speziell berechneten Kalotten. Durch das Zusammenspiel von High Power LED und optisch perfekt passender Kalotte  (Lichtbrechung) erzielen die Signalgeräte von Auer Signal die höchstmögliche Lichtausbeute und Signalwirkung. Beispiele dafür sind die 90-mm-Leuchten der Serie N und die Leuchten der Serie Q.

VORTEILE

  • hohe Lichtausbeute - High Power LEDs: bis zu 200 lm/W, Standard LEDs: bis zu 50 lm/W
  • LED verliert durch schmales Spektrum bei farbigen Kalotten nur sehr wenig Leuchtkraft
  • geringer Stromverbrauch
  • sehr hohe Lebensdauer - bis zu 100.000 h
  • völlige Unempfindlichkeit gegen Vibrationen, Schock, Erschütterungen etc.
  • völlig wartungsfrei
  • kleine Abmessungen
  • verzögerungsfreies Aufleuchten und
  • keine Lebensdauerverringerung durch Ein-/Ausschalten
  • niedrige Wärmeentwicklung
  • kein "Flackern" wie bei Leuchtstoffröhren

NACHTEILE

  • höhere Anschaffungskosten
  • geringer Raumwinkel bei gleichem Lichtstrom (bei manchen Anwendungen auch erwünscht)

 

Xenon Blitzröhre

Durch Anlegen einer genügend hohen Spannung in einem mit dem Edelgas Xenon gefüllten Glaskolben entsteht durch schlagartige Entladung ein sehr intensiver Lichtimpuls bzw. Lichtblitz. Xenon-Leuchten werden nach wie vor überall dort verwendet, wo man die hellsten Lichtsignale benötigt. Keine Leuchtenart erreicht die absolute Lichtstärke einer Xenon-Leuchte.

VORTEILE

  • hohe Signalwirkung durch intensiven Lichtimpuls

NACHTEILE

  • Blitzröhre beschlägt mit der Zeit innen schwarz - abnehmende Lichtleistung
  • begrenzte Lebensdauer durch große Stromdichte und dadurch belastete Elektroden oder durch Degeneration der Energiespeicher
  • reduzierte Lebensdauer bei Vibrationen und Schock

Glühlampen

Ein Wolframdraht wird auf hoher Temperatur betrieben und strahlt dadurch Energie über einen weiten Wellenbereich - auch im sichtbaren Bereich - ab. Die Glühlampe kommt heute vor allem noch dort zur Anwendung, wo eine leichte Wartbarkeit gewünscht ist und es weniger um Stromverbrauch als um Anschaffungskosten geht.

VORTEILE

  • einfachste und kostengünstigste Lichtquelle
  • Verfügbarkeit in verschiedensten Formen, Spannungen, Leistungen

NACHTEILE

  • schwache Lichtausbeute: 8-18 lm/W
  • begrenzte Lebensdauer: ca. 1.000 h bei Standardlampen
  • signifikant reduzierte Lebens-dauer bei Vibrationen, Schock, Blinkbetrieb etc.
  • Schwärzung des Glaskolbens mit zunehmender Lebensdauer
  • "gelbliches" Licht
  • relativ hoher Verlust an Lichtenergie bei Durchdringung gefärbter Kalotten
  • hohe Wartungsintensität durch regelmäßigen Lampenwechsel

Halogenlampe

Die Halogenlampe bedient sich grundsätzlich der selben Technik wie die Glühlampe. Allerdings werden statt des Wolframdrahtes Halogene auf hoher Temperatur betrieben, wodurch Energie abgestrahlt wird.

VORTEILE

  • höhere Lichtausbeute als Glühlampe: bis 25 lm/W
  • höhere Lebensdauer (etwa doppelt so lange wie Glühlampen)
  • geringe Schwärzung des Glaskolbens - gleichmäßiger Lichtstrom während der gesamten Lebenszeit

NACHTEILE

  • begrenzte Lebensdauer: ca. 1500-3000 h
  • reduzierte Lebensdauer bei Vibrationen, Schock etc.
  • reduzierte Lebensdauer bei Blinkbetrieb (Stromspitze beim Schaltvorgang)
  • relativ hoher Verlust an Lichtenergie bei Durchdringung gefärbter Kalotten